Diabetes (Zuckerkrankheit)
Der Diabetes zählt zu der häufigsten Stoffwechselerkrankung beim Menschen,
leider kommen die meisten Patienten erst zu uns, wenn sich bereits eine
manifeste Diabetes ausgebildet hat. Eine Kontrolluntersuchung (Zuckertest)
ist ganz harmlos und schnell durchgeführt, Sie können ohne Termin einfach
zu uns in die Praxis kommen. Um sich über die Zuckerkrankheit vorab
zu informieren lesen Sie nachfolgenden Text.
Was ist Diabetes ?
Unter Diabetes verstehen die Fachleute eine Glukosestoffwechselstörung
mit einem relativen oder absoluten Mangel an Insulin. Von
einem manifesten Diabetes spricht man bei Vorliegen von
Nüchtern-Blutzuckerwerten über 120 mg/dl bzw.
2-Stunden Blutzuckerwerten von über 180 mb/dl venös
bzw. über 200 mg/dl kapillär im oralen Glukose-Toleranztest.
Für den medizinischen Laien sind diese Formulierungen
unverständlich, deshalb nun eine einfache Beschreibung
der Diabetes:
Der Zuckerspiegel des Körpers wird durch das Hormon
"Insulin" gesteuert. Steigt der Zuckerspiegel
an, senkt Insulin diesen. Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse
gebildet. Es bewirkt, daß die Zellen Ihre Schleusen
für Zucker öffnen. Ist die Bauchspeicheldrüse
(Pankreas) nicht mehr in der Lage, ausreichend Insulin zu
produzieren oder kann das Insulin durch Veränderungen
an den Zellen seine Aufgabe nicht mehr erfüllen, gelangt
die Glukose (Zucker) nicht mehr in die Zellen. Somit leiden
die Zellen unter Glukosemangel, während der Zuckerspiegel
im Blut ansteigt und überschüssiger Zucker im
Harn ausgeschieden wird.
Welche Auswirkungen hat Diabetes ?
Folgende Symptome können auf eine Zuckerkrankheit hinweisen:
- Kopfschmerz und Migräne
Durst und große Harnmengen, da die Ausscheidung
von Zucker bewirkt, daß stets große Mengen
Wasser mit ausgeschieden werden. Der Flüssigkeitsverlust
führt zu einem starken Durstgefühl
- Gewichtsabnahme und Schwäche, der fehlende Zucker in den Zellen
wird durch den verstärkten Abbau von Eiweiß
und Fetten ausgeglichen, was zu einer Gewichtsabnahme
und Schwäche durch Eiweißmangel führt
- Neigung zu Haut-, Schleimhaut- und Zahnfleischerkrankungen und Juckreiz
- Diabetisches Koma, beschleunigte Atmung, Übelkeit, Erbrechen,
Bauchschmerzen, Bewußtlosigkeit
Folgende Spätkomplikationen sind zu befürchten:
- Gefäßleiden, durch vermehrte Ablagerung von Zucker- und Fettstoffen
in den Gefäßen kommt es zu arteriellen Durchblutungsstörungen.
Es besteht auch die Gefahr des Herzinfarktes oder Schlaganfalls
- Netzhauterkrankungen (diabet.), wegen der diabetischen Gefäßerkrankung
entsteht eine Durchblutungsstörung der Netzhaut.
Es kann zur Einschränkung des Sehvermögens
bis zur Blindheit kommen, außerdem erkranken Diabetiker
häufiger am Grauen Star und grünem Star
- Neuropathie, die Nerven werden weniger empfindlich für Reize,
was sich zunächst in einem Kribbeln oder Brennen
in den Händen oder Füßen bemerkbar machen
kann, leichte Verletzungen (z.B. beim Schneiden der
Fußzehen) werden nicht mehr gespürt und heilen
schlecht ab, es können sich unbemerkt Geschwüre
bilden, die Gewebe und Knochen zerstören
- Nierenschäden, durch Veränderung der kleinen Nierengefäße,
bis hin zu Nierenversagen und Dialysepflicht
- Potenzstörungen bei Männern
Wann muss ich zum Arzt?
Auch ohne Beschwerden sollten Sie einen Blutzuckertest machen lassen.
Sie sollten auf jeden Fall zu uns in die Praxis kommen, wenn Sie:
- starke Durstgefühle verspüren
- übergewichtig sind und es Diabetiker in Ihrer Familie gibt
- wenn Ihr Zuckertest positiv ausfällt
- beim Auftreten eines Coma diabetikum
- bei starken Unterzuckerungszuständen
- als manifester Diabetiker geschult werden müssen und
eine Überweisung zum Augenarzt benötigen
- schlecht heilende Wunden am Fuß bei sich beobachten (Diabetikerfuß!)
Was kann der Arzt tun?
Bei einer Kontrolle des Blutzuckers kann der Arzt feststellen
ob eine Diabetes vorliegt. Bei Grenzfällen führt
der Arzt einen Glukosetoleranztest durch, dabei wird gemessen,
wie hoch der Blutzuckerspiegel zwei Stunden nach der Einnahme
von 75 g Zucker liegt. Bei Übergewichtigen gilt es
durch eine spezielle Diät den Blutzuckerspiegel zu
senken. Bei erfolgloser Diät können blutzuckersenkende
Medikamente verordnet werden. Haben die Medikamente keinen
Erfolg, muss der Patient mit Insulin behandelt werden. Wir
führen Schulungen im Umgang mit Insulin in unserer
Praxis durch. Darüberhinaus kontrollieren wir regelmäßig
Ihre Zuckereinstellung und untersuchen Sie gründlich,
um Spätfolgen abzuwenden. Außerdem veranlassen
wir frühzeitig, daß Sie eine augenärztliche
Untersuchung bekommen, um Augenschäden zu vermeiden.
Durch eine spezielle Diabetikerschulung lernen Sie mit der
Krankheit umzugehen.